Algerien - Zwischen Mittelmeer und Sahara

Im Nordwesten des afrikanischen Kontinents liegt das größte der Maghreb-Länder: Algerien
- arabisch: al-Djazã'ir. Mit einer Flächenausdehnung, die der des zentralen Teils Europas entspricht, erstreckt es sich vom Mittelmeer bis ins Herz Afrikas. Klima und Landschaft, aber vor allem auch die Kultur des Islam prägen das Leben der Menschen.
Begeben wir uns auf eine virtuelle Reise von den Metropolen am mediterranen Küstenstreifen über die besiedelten Höhen des Atlas-Gebirges bis zu den entlegenen Oasen in der glutvollen Weite der Sahara.
algier, die weiße
Wenn man mit dem Fährschiff von Marseille aus das Mittelmeer überquert, erreicht man nach 24 Stunden Überfahrt die Nordküste Afrikas an der Stelle, wo vor 900 Jahren auf dem Boden eines alten Piratennestes im Schutze einer Bucht die Stadt al-Djazã'ir, das heutige Algier, entstand. Schon von Weitem zeichnet sich ihre Silhouette als weißes Band am Horizont ab. 'Alger la Blanche' – Algier die Weiße nannten deshalb später die Franzosen diese Stadt. Man erkennt bald die breite Uferstraße mit der weißen Fischermoschee und die Prachtvillen von Bab-el-Oued, die von der Kasbah, dem alten arabischen Stadtkern überragt werden. Die Grande Poste wurde 1913 im maurischen Stil errichtet. Durch die Rue Ben M'Hidi Larbi gelangen wir zum Platz des Émir Abd El Kader.
Die Geschichte Algeriens ist die Geschichte blutiger Auseinandersetzungen mit fremden Eroberern. Der legendäre Emir Abd El Kader war einer der ersten, der den bewaffneten Widerstand gegen die französische Kolonialmacht organisierte. Doch erst 100 Jahre später,
im Algerienkrieg 1954 bis 1962, konnte das algerische Volk in einem opferreichen Kampf seine Unabhängigkeit erringen. Seinen Ausgangspunkt nahm dieser Kampf unter Führung der Nationalen Befreiungsfront FLN in der Kasbah, dem alten arabischen Stadtteil. In den engen verwinkelten Gassen spürt man noch heute den Hauch der Vergangenheit.
Obwohl Algerien nach Jahren des Bürgerkrieges den Weg der nationalen Versöhnung betritt, ist ein Ende der Gewalt noch nicht abzusehen.

Der Islam bestimmt das Leben der Menschen hier ! Als Staatsreligion regelt er den Alltag des Gläubigen. Im Koran sind die fünf Pflichten der Muslime festgelegt:
das Glaubensbekenntnis zu Gott Allah, das Gebet, die Einhaltung des Fastenmonats Ramadan, die Almosengabe an Arme, und die Pilgerfahrt nach Mekka.

Die algerische Bevölkerung besteht zu etwa zwei Dritteln aus Nachfahren der Araber und zu einem Drittel aus arabisierten Berberstämmen. Ihre Anzahl hat sich seit Erringung der Unabhängigkeit nahezu verdreifacht und liegt heute bei 34 Mio. Dabei sind etwa ein Drittel der Algerier unter 15 Jahre alt. Allein im Großraum Algier leben fast 6 Mio Menschen.
Die Wirtschaft des Landes wird vor allem von der Erdöl- und Erdgasverarbeitung, sowie der Eisen- und Stahlindustrie bestimmt. Durch Rohöl- und Gasausfuhren werden immer noch 97% der Exporterlöse erzielt. Land- und Nahrungsmittelwirtschaft sind dagegen wichtige Erwerbs-zweige des Binnenhandels. Der Flughafen Houari Boumedienne und das auf den Hügeln über der Stadt gelegene Hotel El Aurassi bilden Schnittstellen für internationale Beziehungen.

Nur wenige Kilometer von Algier entfernt, dort wo einst die französischen Eroberer an Land gingen, befindet sich heute der Sport- und Erholungskomplex Sidi Ferruch. Auch andernorts laden Strände zum Baden ein. Das Mittelmeer ist die natürliche geografische Grenze Algeriens im Norden. Der an vielen Teilen zerklüftete schmale Küstensaum erstreckt sich über 1.100 Kilometer. An der Küste befinden sich zahlreiche kleine Fischerhäfen. Der eingebrachte frische Fang spielt eine wichtige Rolle für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln.

Wir folgen nun den Spuren der Römer. So wie im gesamten Mittelmeerraum haben sie auch in Algerien Zeugnisse ihrer Existenz hinterlassen. Wir finden sie in Tipasa, an der Küste westlich von Algier, aber auch im Inland in Djemila und Tiddis, sowie in Timgad.
In Tipasa errichteten sie im 2.Jh. auf den Überresten einer alten Nekropole eine Stadt, deren Ruinen noch heute erhalten sind. Meer und Ruinen ziehen internationale Gäste im nahe gelegenen Hotelkomplex an. timgadIn Djemila gründeten die Römer einen militärischen Stützpunkt. Die Stadt beherbergte bis zu 10.000 Einwohner. Durch die isolierte Lage im Landesinneren in über 800m Höhe sind die zahlreichen Straßen und Plätze, die Tempel und Thermen, die Basilika und selbst das große Theater noch gut erhalten geblieben. Auch im benachbarten Tiddis und vor allem in Timgad stoßen wir auf Spuren römischer Vergangenheit. Das maurische Grabmahl unweit von Algier, stammt dagegen aus vorrömischer Zeit. Auf der Suche nach verborgenen Schätzen in seinem Inneren ließ Baba Mohammed Ben Othmane, im 18. Jh. Pascha von Algier, eine Kanonenkugel abfeuern, um sich Eingang ins Bauwerk zu verschaffen.
pinienzapfen
Auf dem Weg ins Gebirge durchqueren wir nun die fruchtbare Mitidja-Ebene südlich von Algier. Flußläufe, die Wasser spenden, der ertragreiche Boden, und die geschützte Lage ermöglichen eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. So war die Ebene schon immer ein bevorzugtes Siedlungsgebiet. Vom Stadtrand Algiers aus blickt man hinüber auf die Hügelketten des Atlas-Gebirges. Sie begrenzen im Süden die schmale Mitidja-Ebene. Eine reichhaltige Fauna und Flora überrascht uns hier im Norden Afrikas.

La Grande Kabylie, die Große Kabylei östlich von Algier, ist zweifellos eine der interessantesten Gebirgsregionen im Norden Algeriens. Sie gehört zu den am dichtest besiedelten Gebieten des Landes. Die Kabylen sind die größte Bevölkerungs-Gruppe der Berber und damit der Ureinwohner Nordafrikas. Sie haben sich bis heute eine gewisse Autonomie erhalten können. Die Frauen bewegen sich hier unverschleiert in farbenfrohen Gewändern. Die Ortschaften erstrecken sich meist auf den Hügelkuppen der Berge. Das Kunsthandwerk hat bei den Kabylen eine lange Tradition. Neben Dingen des täglichen Bedarfs werden auch Schmuckgegenstände angefertigt. Das Kreuz des Südens und die Hand der Fatima sollen die Träger vor Unheil bewahren. Der kleine Gebirgsort Beni Yenni ist vor allem wegen seiner Silberschmiede bekannt.kabylei

Das Djurdjura-Massiv begrenzt die Kabylei im Süden. Der Lalla Khedidja erhebt sich als höchster Gipfel über 2.300 Meter. Wenn im Frühsommer im Tal die ersten Blumen blühen, sind die Berge noch schneebedeckt. So kann man in Algerien am Morgen im Mittelmeer ein Bad nehmen, zu Mittag im Gebirge einen Schneemann bauen und am Abend im warmen Wüstensand liegen.
Das Massiv hat in seinem zentralen Teil Hochgebirgscharakter. Zwei schmale Paßstraßen queren das Gebirge in Nord-Süd Richtung. Doch das Wetter kann hier sehr plötzlich umschlagen. Die steil aufragenden Felswände verursachen das Phänomen der 'inversen Wärmeschichtung'. Die in der Höhe abgekühlte Luft fließt in die engen Felstäler ab, die dann mit einer dichten Bodennebelschicht bedeckt sind. Dies erklärt auch die besondere Siedlungsform der Kabylen auf den Kuppen der Berge.
berberaffenDas subtropische Klima bietet günstige Wachstumsbedingungen für Korkeichenbestände. In regelmäßigen Abständen wird die Rinde der Bäume geschält und zu Dichtungen, Flaschenkork, Dekorations- und Isoliermaterial verarbeitet.

In der Schlucht von Kherrata treffen wir auf Horden wildlebender Berberaffen.

Von der Kabylei aus führt uns der Weg nun weiter nach Osten, zunächst an der Küste entlang, dann landeinwärts über Constantine nach Annaba.

Dort, wo die Berge direkt bis ans Meer reichen, windet sich eine schmale Fahrstraße durch die Corniche de Jijel und bietet immer wieder faszinierende Ausblicke auf die großartige Küsten-landschaft.
Auf einem zerklüfteten Plateau in über 600m Höhe liegt Constantine, das nach kriegerischen Zerstörungen im 4.Jahrhundert von Konstantin dem Großen wiedererrichtet wurde. Mehrere gewaltige Brücken überspannen die Schluchten, die das Felsplateau durchziehen. Der Viadukt von Sidi M'Cid wurde 1912 über dem Flußtal des Rhumel erbaut. Kalkablagerungen von Eisen- und schwefelhaltigen Quellen, deren brodelnde Wasser Temperaturen über 90°C erreichen, haben zur Entstehung der Kaskaden von Hammam Meskhoutine, unweit von Constantine, geführt. Schon die Römer nutzten die Thermalquellen zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Steinkegel, die wir in der Nähe der Quellen entdecken, erinnern der Legende nach an eine Hochzeitsgesellschaft, die von Gott versteinert wurde, weil das Brautpaar Inzest begangen hatte.annaba

Annaba, Küstenstadt im Nordosten Algeriens, erlangt zunehmend Bedeutung durch seine Hütten- und Düngemittel-industrie. Vor den Toren der Stadt wurden antike Ruinen freigelegt, die von der christlichen Basilika St. Augustin überragt werden.
Die Höhenzüge von Séraïdi bieten einen großartigen Ausblick über Küste und Berge.

Die Bedeutung, die Annaba für den Nordosten Algeriens hat, wird von Oran im Nordwesten noch übertroffen. Muslimische Kaufleute aus Andalusien gründeten diese Stadt, die heute die zweitgrößte Metropole des Landes ist. Die Nähe zu Spanien prägte schon immer das Leben der Menschen hier. Vom Bergkegel des Aïdour, der von der Festung Santa-Cruz und einer 1955 errichteten Basilika gekrönt wird, fällt der Blick weit über Stadt und Hafen.
In Sidi Bou Médine, einem Vorort von Tlemcen, stoßen wir auf die Ruinen der einst mächtigen Stadt Mansourah. Von hier aus herrschte die Dynastie der Zianiden über große Gebiete des Maghreb. Tlemcen war im Mittelalter eine der bedeutendsten Städte Nordafrikas. Das fruchtbare Umland bot günstige Bedingungen für eine ertragreiche Land- und Viehwirtschaft.

Wir verlassen nun die Küstenregionen Algeriens und fahren weiter ins Landesinnere. Von Algier führt uns die Route zunächst über das Atlasgebirge nach Bou Saâda, von dort über das Aurès Massif nach El Oued. Über Touggourt und Ouargla gelangen wir nach Ghardaïa und weiter südlich bis Timimoun. Wir umfahren den Großen Westlichen Erg und erreichen schließlich Taghit im Nordwesten der Sahara.
Nachdem wir die Paßhöhen des küstennahen Tell-Atlas überquert haben, wird die Vegetation zunehmend spärlicher. Das Bild der Landschaft wird von staubigen Brauntönen geprägt. Die kargen Hochflächen bieten nur wenig Schutz vor Wind und Sonne. Die aneinander gebauten Häuser der Ortschaften gruppieren sich meist um die zentral gelegene Moschee. Wir nähern uns der Wüste !
bou saadaNur vier Autostunden von Algier entfernt, inmitten steiniger Hochflächen, befindet sich die nördlichste der Wüstenoasen – Bou Saâda. Die Stadt, die von einem alten Ksar überragt wird, ist von einem breiten Palmengürtel umgeben. Das Leben spielt sich hier zum großen Teil auf der Straße ab. Allerdings nur das der Männer. Die arabische Welt ist eine Männerwelt. Nirgends wird das so deutlich, wie in den Städten der Wüste.

Bevor wir endgültig die Weiten der Wüste erreichen, durchqueren wir das Aurès-Massif. Die letzten Ausläufer des Küsten- und des Sahara-Atlas treffen hier aufeinander. Die Schlucht von El Kantara, ein enger Gebirgseinschnitt, durch den sich ein Fluß, eine schmale Fahrstraße und eine Eisenbahn zwängen, wird oft als das 'Tor zur Sahara' bezeichnet. Dahinter empfängt uns ein 100.000 Bäume zählender Palmenhain. Datteln, von den Arabern auch 'Finger des Lichts' genannt, sind eine Lebensgrundlage der Oasen-Bewohner. Von einem Aussichtspunkt blicken wir hinunter in den 200m tiefen Cañon des Oued El Abiod mit den Resten der alten Ortschaft Rhoufi.

el ouedVerkehrszeichen künden uns die nahenden Sanddünen der Sahara an ! Inmitten dieser Dünenlandschaft liegt El Oued – arabisch: Der Fluß. Es ist die "Stadt der Tausend Kuppeln". Die kuppelförmigen Dächer bieten der gleißenden Sonne die geringste Angriffsfläche. Wöchentlich werden vor den Toren der Stadt Schafe und Ziegen verkauft. Auch der Obst- und Gemüsemarkt wird außerhalb der Mauern abgehalten.

Um die tief im Boden liegenden Wasserressourcen zu nutzen, werden die Palmen der Oasengärten in ausgegrabenen Mulden, den "Palmentrichtern", angepflanzt. Der Sand, der sich immer wieder am Boden der Mulde ansammelt, muß in mühevoller Arbeit ständig entfernt werden, um die Bäume am Leben zu erhalten.
Staub bedeckt die Kuppeln der Stadt. Die untergehende Sonne verfinstert sich. Am nächsten Morgen fegt ein Sandsturm über die Gegend. Der Sturm legt Sandrosen frei. Siliziumhaltige Gipskristalle, die auch auf dem Markt in Ouargla angeboten werden. Aber auch Teppiche und sogar Kamele kann man hier erstehen. Die Wüste ist keineswegs unbelebt. Spuren im Sand führen uns zu einem Fennek, einem kleinen Wüstenfuchs. Von den Kindern am Wegesrand werden die Tiere mitunter auch als Souvenir angeboten.
ghardaia markt
Ghardaïa – Hauptstadt des Pentapol – ist eine der bekanntesten und schönsten Oasen der Sahara. Die ganze Stadt scheint eine einzige Festung zu sein. Um die Moschee an der höchsten Erhebung haben sich die Häuser nach unten ausgebreitet und sind zu einem Komplex von Gebäuden und Höfen verbunden. Die Mozabiten, die Bewohner des Pentapol, sind eine strenggläubige muslimische Minderheit, die in einem langen Glaubenskrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden und sich im heutigen M'Zab niedergelassen haben. Sie leben vor allem als Händler oft außerhalb ihrer Heimat, um ihre Familien zu ernähren. Auf dem Markt und in den engen Gassen der Altstadt scheint die Vergangenheit vor unseren Augen lebendig zu werden.

Wir kehren in die Gegenwart zurück und fahren weiter in Richtung Süden. Die Dünenfelder des Großen Westlichen Erg liegen nun vor uns. Gewaltig sind die Dimensionen dieser Landschaft, die im Laufe von Jahrtausenden durch den Einfluß von Wind, Hitze und Trockenheit entstanden ist. Die Sahara ist die typische Form einer Wüstenlandschaft mit glutheißen Tagen und sternklaren Nächten.sahara Dromedare sind eine Lebensbasis der Wüstenbewohner. Die Tiere sind äußerst genügsam und liefern schließlich auch Fleisch, Wolle und Milch.

Am Rande des Großen Westlichen Erg liegt Timimoun, das wegen seiner ockerfarbenen Lehmmauern oft auch als 'Rote Oase' bezeichnet wird. Man erreicht den Ort über eine mehrere Hundert Meter lange Brücke, die ein Flußbett überquert, das nach den sehr seltenen Regenfällen beträchtliche Mengen Wasser und Schlammmassen mit sich führt. In der Architektur und im Leben der Menschen hier ist der sudanesische Einfluß unverkennbar. Ein Meer aus Palmen umgibt Timimoun. Die Stadt befindet sich am Rande einer großen Sebkha, eines ausgetrockneten Salzsees. Die Überreste eines Ksar, einer verlassenen befestigten Wohnburg, ragen aus der Ebene empor. Die Mauern sind traditionell aus Lehm errichtet und werden nach dem Zerfall wieder vollständig an die Natur zurückgegeben.

Nur mit einem geländegängigen Fahrzeug und einem ortskundigen Führer sollte man sich in die Weiten der Sahara wagen. Eine Rundfahrt bringt uns in die Palmenoasen der Umgebung. Hart und entbehrungsreich ist das Leben der Menschen. Während die Gäste in den Hotels im Süden Algeriens die Hitze des Tages im Pool ertragen können, ist für die Kinder der Wüste Wasser keine Selbstverständlichkeit. Es wird durch unterirdische Kanäle, den Foggaras, oft von weither in die Oasen transportiert und dort über ausgeklügelte Wasserverteilungsanlagen in die einzelnen Gärten geleitet. Brunnen sind oft nicht mehr nutzbar, da ihre Quellen versiegt sind. Selten gewordene Wüstenromantik – Karawanen werden durch Lastkraftwagen abgelöst... und Beduinen sind seßhaft geworden. Zur kargen Einrichtung des Hauses gehört jedoch ein Fernsehapparat. Der Alltag hat sich auch hier verändert. taghit

Nach stundenlanger Fahrt in sengender Sonne erreichen wir Taghit – eine der schönsten Oasen im Gluthauch der Sahara ! Seit Jahrhunderten liegt diese Oase zu Füßen einer gewaltigen Düne, doch der Wind hat den Sand stets von der Stadt ferngehalten.
Noch vor Tagesanbruch besteigen wir die große Düne von Taghit. – Langsam schiebt sich die Sonne empor...
Von der prähistorischen Besiedlung der Gegend zeugen Felszeichnungen in der Nähe des Ortes.
...und noch eine Überraschung erwartet uns nach einigen Stunden Fahrt in Richtung Norden: ein Kratersee im Sahara-Atlas ! Der See wird von einer Thermalquelle gespeist und wurde früher für Therapiezwecke genutzt. Eisen- und schwefelhaltiges Gestein verleiht der Gegend eine geheimnisvolle Färbung. Risse im Felsen zeugen von der Vulkantätigkeit des Bodens.

hoggarÜber den Sahara Atlas fahren wir nun wieder nach Algier zurück. Der letzte Teil unserer Reise führt uns weit in den Süden des Landes – ins Hoggar Gebirge !
Die Sahara ist hier eine Felslandschaft, geprägt von Stein und Staub, Wind und Sonne ! Vom Plateau des Assekrem bietet sich ein faszinierender Ausblick auf diese weitläufige Landschaft, deren Gipfel bis zu 3.000m aufragen. Der Pic Iharen, ein typischer Basaltkegel, zeugt vom vulkanischen Ursprung des Wüstengebirges.touareg

Hauptstadt der Region ist Tamanrasset. Der Hoggar ist das Land der Touareg – der verschleierten Männer. Die Touareg, einstige Krieger libyscher Abstammung, leben heute als Viehzüchter und friedliche Karawanenhändler. Die Tagelmust, der turbanähnliche Schleier der Männer, schützt vor Wind und Sturm ebenso, wie vor Sonne und Sand.

Im Volke der Touareg haben sich Reste einer matriarchalischen Gesellschaftsstruktur erhalten. Die Targia verfügen, im Unterschied zu den arabischen Frauen des Nordens, über ein relativ hohes Maß an Selbstbestimmung. So wird ihnen beispielsweise der Mann nicht von der Familie "zugeteilt", sie wählen ihn sich selbst aus.
Die nomadisierende Lebensweise weicht zunehmend einer durch die gesellschaftlichen Umstände verursachten Seßhaftigkeit.
ramadahn

Wir sind am Ende unserer Reise durch Algerien angelangt und erreichen wieder Algier –
in der Nacht des Ramadan !








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