Provence - Unterwegs im Süden Frankreichs

Wenn sich der Sommer dem Ende neigt, dann beginnen sich die Hügel mit einem purpurnen Schleier zu bedecken und ein betörender Duft erfüllt die Weiten der Ebenen. Der Lavendel bestimmt nun das Gesicht der Landschaft. Wir sind im Süden Frankreichs, in der Provence !

Eine provenzalische Legende berichtet, daß Gott, nachdem er Sonne, Erde, Berge und Meer erschaffen hatte, erstaunt feststellte, daß ihm von allem noch etwas übrig blieb.
Da es zum Wegwerfen zu wertvoll war, beschloß er, daraus ein kleines Paradies für sich selbst zu erschaffen. – Die Provence !

Der Lavendel ist zum Symbol der Provence geworden. Schon in der Antike, in den Badehäusern der Römer, wurden die Lavendelblüten wegen ihrer aromatisierenden Wirkung geschätzt. Hirten sammelten die wilden Pflanzen an den Hängen der Berge und legten später Felder an, die heute das Gesicht der Provence bestimmen. Es werden vor allem zwei Kulturen angebaut: Der echte Lavendel mit seiner kräftigen violetten Farbe, der vor allem in höheren Berglagen ab 600m wächst und der eher blaßblaue Lavandin, eine Hybridpflanze, die auch in tieferen Ebenen zu finden ist. Wie ein Geheimnis behüten die Lavendelbauern die überlieferten Techniken und Rezepturen zur Herstellung der Lavendelprodukte und bewahren damit der Provence ihren ganz besonderen Charme.
Die alten Geräte, die lange Zeit die Kultur des Landes bestimmt haben, findet man heute freilich nur noch im Museum wieder.
Wenn im Sommer die Luft über den Feldern in der Hitze des Tages flimmert, dann künden Rauchfahnen weithin von der Arbeit in den Lavendeldestillerien: Die Pflanzen werden zunächst zum Trocknen in die Sonne gehängt. Danach werden sie in Destillationsbehälter eingefüllt und mit Hilfe von Wasserdampf gewinnt man das wertvolle Lavendelöl. Über 100 kg Pflanzen sind notwendig, um daraus 1 kg Öl herzustellen. Das Öl ist ein wertvoller Grundstoff für die Erzeugung pharmazeutischer und kosmetischer Produkte.
Nach der Ernte werden in zahlreichen Orten Lavendelfeste veranstaltet. Sie sind inzwischen zur Touristenattraktion geworden, aber man versucht dabei, wenigstens einen Teil der Tradition zu bewahren.

Unsere Reise beginnt in den alten Städten am Nordrand der Provence.

Als 'Paradies auf Erden' hat der provenzalische Dichter Jean Giono den kleinen Ort Nyons bezeichnet. Die Hügelketten der Umgebung verleihen ihm ein besonders mildes und trockenes Klima. Hier beginnt der Süden Frankreichs. Über die aus dem 14.Jh. stammende 'Alte Brücke' erreichen wir das Stadtinnere. Enge Gassen führen direkt auf den von Arkaden gesäumten Hauptplatz. Nyons ist seit über 2000 Jahren ein Zentrum des Olivenanbaus. Kaltgepreßtes Olivenöl ist deshalb eine Spezialität der Region.

Auch die auf eine Römersiedlung zurückgehende Stadt Vaison-la-Romaine ist über eine Brücke zu erreichen. Die Häuser, Straßen und Plätze der Oberstadt wurden im mittelalterlichen Stil liebevoll restauriert. Vaison-la-Romaine liegt am Fuße einer zerklüfteten Gebirgskette, der Dentelles de Montmirail, was soviel wie 'Steinerne Klöppelspitzen' bedeutet. Die bizarre Felslandschaft ist heute ein beliebtes Wander- und Bergsteiger-Paradies.

Der Duft des Lavendels und der Gesang der Zikaden begleiten uns auf unserem Weg in Richtung Süden. Wir besuchen die Dörfer auf den Hügeln des Luberon und auf dem Plateau der Vaucluse und oft scheint es, als ob hier die Zeit stillsteht. Wie Adlernester kleben die Häuser an den Hängen der Berge und der Blick schweift weit in die Ebene, um sich im Dunst der Ferne zu verlieren.

Gordes, mit seinem Renaissanceschloß, thront hoch auf einem Hügel über der Ebene am Rande der Vaucluse. Der einst dem Verfall preisgegebene Ort wurde von Künstlern und Intellektuellen neu belebt, unter ihnen vor allem der Maler Victor Vasarély, der durch seine übersinnliche Formen- und Farbensprache bekannt wurde.

Auf einem kahlen Felsen erhebt sich das Raubritternest Les Baux, das im Mittelalter Sitz eines berüchtigten Herrschergeschlechts war. Die Herren von Les Baux zwangen Gefangene von den Burgmauern in die grausige Tiefe zu springen. Die Bewohner des Ortes am Fuße der Burg hatten unter der skrupellosen Unterdrückung der Herrscher zu leiden. Raymond de Turenne war einer der grausamsten von ihnen. Erst der mächtige Kardinal Richelieu setzte dem Spuk ein Ende, besiegte die Festung und befreite die Menschen von der 'Geißel der Provence'.

Das kleine verträumte Dorf Lacoste macht einen ganz und gar friedlichen Eindruck auf seine Besucher. Doch so friedlich ging es hier nicht immer zu. Der Herr der Burg über dem Ort, der berüchtigte Marquis de Sade, ließ unschuldige junge Mädchen in sein Verlies einsperren, um dort seine 'sadistischen' Liebesspiele mit ihnen zu treiben. Die Angst seiner Opfer bereitete ihm sexuelle Lust. Die verfallenen Mauern der alten Ruine sind heute stumme Zeugen grausamer Vergangenheit.

Weniger grausam als in Les Baux und sittlicher als in Lacoste ging es in der im 12. Jh. errichteten Abtei von Sénanque zu. Das Kloster liegt eingebettet in Lavendelfelder am Ende eines abgelegenen Tales und wird noch heute von Zisterziensermönchen bewohnt. Die Stille der Abgeschiedenheit jedoch haben auch sie längst dem Ansturm der Touristen geopfert.

Es gibt sie wieder: Die Wochenmärkte in der Provence ! Die Auswahl reicht von duftenden Kräutern und Gewürzen, frischem Obst und Gemüse, bis zu Lebensmitteln und Haushaltgegenständen. Knoblauch zählt zu den Hauptbestandteilen der provenzalischen Küche... aber vor allem auch das 'Huile d'olive vierge', die kaltgepreßte Erstabfüllung des Olivenöls ist wegen seines vorzüglichen Aromas beliebt. Die Märkte sind auch heute noch Treffpunkt für jung und alt und spiegeln zugleich die 'Leichtigkeit des Seins', ein Stück südfranzösischer Lebensart wieder.

Wie von einem Maler verzaubert erhebt sich auf einem ockerfarbenen Plateau das kleine provenzalische Städtchen Roussillon. Durch enge Torbögen erreichen wir die verwinkelten Gassen der Altstadt, in der die Vergangenheit lebendig zu sein scheint. Der Ocker bestimmt hier das Gesicht der Landschaft. Die Felsen in der Umgebung tauchen in einen Rausch von Farben ein, der den Besucher fasziniert in seinen Bann schlägt.

Die Legende berichtet von der adligen Dame Sermonde, die in inniger Leidenschaft zu einem Troubadour entbrannt war. Ihr grausamer Ehemann, Raymond von Avignon, ließ den Geliebten töten, ihm das Herz herausreißen und gab es heimlich seiner Gemahlin zur Speise. Als Sermonde dies erfuhr, zögerte sie nicht, und stürzte sich von dem höchsten Felsen in die Tiefe. Ihr Blut aber ergoß sich über die Berge und gab fortan der Landschaft ihre dunkelrote Farbe...

Die ockerfarbene Erde wurde bis vor wenigen Jahren zur Gewinnung von Farbpigmenten abgebaut. So entstanden die Ockerbrüche von Roussillon und der benachbarte 'Colorado de Rustrel' mit seinen skurrilen, erhabenen Felsformationen. Die Hitze ist hier im Sommer so unerträglich, daß man ihn auch die 'Sahara der Provence' nennt. Das letzte Licht des Tages verleiht dem Ort und den Felsen einen besonderen Reiz.

Nicht weit von den Ockerbrüchen entfernt erwartet uns ein weiteres Naturschauspiel: Die Grotte von Thouzon ! Im Innern eines Kalkgebirges entstand durch Auswaschung von Mineralien in Millionen von Jahren ein Juwel einzigartiger unterirdischer Formenvielfalt. Besonders beeindruckend sind die projizierten Lichter- und Farbenspiele.

Von den Bergen des Luberon über die Hügel der Vaucluse führt uns der Weg nun nach Avignon, der Kulturstadt an der Rhône, mit ihrer berühmten Brückenruine St-Bénézet, dem Pont d'Avignon. Ein Lied hat sie in der Welt bekannt gemacht. Doch vor allem die Bauten der im 14.Jh. hier residierenden Exil-Päpste haben der Stadt ihren Stempel aufgedrückt. Die Gassen und Plätze jedoch sind heute von kultureller Vielfalt geprägt.
...langsam breitet die Nacht ihren Schatten aus und läßt den Glanz vergangener Zeiten lebendig werden.

Die Päpste von Avignon waren den weltlichen Genüssen des Lebens durchaus nicht abgetan. Auf ihren Ländereien ließen sie hervorragende Weine anbauen. Sie prägen noch heute die Kultur des Südens und nicht zu Unrecht gilt die Provence als die 'Wiege des französischen Weinbaus'.

Noch lange vor den Päpsten siedelten die Römer in der Provence. Die Sonne des Südens und der fruchtbare Boden hatten sie hierher gelockt. Die Ruinen der antiken Stadt Glanum sind Zeugnisse ihrer einstigen Gegenwart.

Der Pont du Gard – ein Meisterwerk römischer Baukunst !
Dieser 360m lange Äquadukt, der den Fluß Gardon überspannt, ist Teil einer 50 km langen Wasserleitung, die den Ort Nîmes mit Trinkwasser versorgte. Als 'Rom Frankreichs' galt dieser Ort in der Antike. Das 'Maison Carrée' und die römische Arena, in der noch heute – allerdings unblutige – Stierkämpfe veranstaltet werden, sind die am besten erhaltenen Bauwerke jener Epoche.

Wenn am Pont du Gard die Sonne versinkt und die Nacht im Tal des Gardon hereinbricht, dann gehen auch in Nîmes die Lichter an und man trifft sich wie zu römischen Zeiten auf den Straßen und Plätzen.

Das reine Licht, das die Farben zum Leuchten bringt und die schlichte Urtümlichkeit von Natur und Menschen des Südens haben schon immer Maler und Dichter in ihren Bann gezogen und nicht nur die Provence mit ihren Werken bereichert. Nur ein kleines Café erinnert heute noch an den berühmten Sohn der Stadt Arles, den holländischen Maler Van Gogh, der hier einen Großteil seiner Werke schuf; eines der bekanntesten: die Brücke von Arles. Auch die Sonnenrosen gehörten zu den beliebtesten Motiven Van Gogh's. Wie ein Besessener versuchte er immer wieder, Leuchtkraft und Kontrast der Farben eindrucksvoll zum Ausdruck zu bringen. Doch die Sonne des Südens, das gleißende Licht der Provence brachte ihn schließlich um den Verstand ...
Nachdem er sich selbst ein Ohr abgeschnitten hatte, wurde er in die Nervenanstalt im Kloster von Saint-Rémy eingeliefert.

Aber auch andere prominente Künstler haben die Provence über ihre Grenzen hinaus bekannt gemacht: Der Poet Alphonse Daudet, der oft an seiner Mühle bei Fontvieille weilte und ihr ein literarisches Denkmal setzte und der Literatur-Nobelpreisträger Frédéric Mistral, der die provenzalische Sprache und Kultur zu neuem Leben erweckte. Das Bergmassiv 'Sainte-Victoire' hatte den Maler Paul Cézanne immer wieder angezogen und am Fuße dieser Berge, im Château Vauvenargues, fand Pablo Picasso seine letzte Ruhestätte.

Von Arles aus führt uns die Reise nun in den Süden der Provence: in die Camargue !

Dort, wo die Rhône das Mittelmeer erreicht, hat sich das größte Flußdelta Europas mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt herausgebildet. Durch umfangreiche Schutzmaßnahmen ist es gelungen, eine artenreiche Vogelwelt wieder anzusiedeln. Bis zu 40 Tausend Vögel finden sich jedes Jahr auf dem Weg in den Süden hier ein, und immer mehr überwintern sogar in den Sümpfen des Rhônedeltas. Eine Vogelart hat die Camargue besonders bekannt gemacht: Der rosa Flamingo !
Diese langbeinigen Vögel durchwaten das flache Wasser und filtern mit der Oberseite ihres Schnabels Krebse und andere Kleintiere aus dem brackigen Wasser. Im Spiegelbild der Seen bietet sich dabei oft ein Bild anmutiger Grazie.
Man kann die Vögel auf dem Sentier du Vaccarès in freier Natur beobachten, oder den Parc Ornithologique besuchen, wo außer den Flamingos auch noch andere Tiere zu sehen sind. Die aus dem Brackwasser aufgenommenen Kleinstlebewesen verleihen nicht nur den Flamingos ihre rote Färbung. Selbst Insekten, die sich vom salzigen Wasser ernähren, nehmen diese Farbe an.

Die flachen Gewässer lassen sich am besten auf dem Rücken der weißen Camargue-Pferde erkunden. Diese einst wild lebenden Tiere, die früher in großen Herden hier lebten, sind heute in Stallungen untergebracht und den Touristen zum Ausritt vorbehalten. Ebenso bekannt, jedoch keinesfalls zum Reiten geeignet, sind die wilden Camargue-Stiere. Sie werden im Freien gehalten und für den, allerdings unblutigen Stierkampf in den Arenen gezüchtet, oder gleich zu schmackhaften Wurstwaren verarbeitet.

Aus den vor wenigen Jahrzehnten noch kargen vertrockneten Böden wurde mit Hilfe von ausgedehnten Bewässerungssystemen fruchtbares Land geschaffen. So ist die Camargue heute u.a. auch ein Reisanbaugebiet.

Jedes Jahr findet in Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ein Fest zu Ehren der Heiligen Marien statt. Es erinnert daran, daß hier im Jahre 40 n.Chr. Maria Jakobäa, die Schwester der Jungfrau Maria, Maria Salome und Maria Magdalena einer zerbrechlichen Barke entstiegen und an Land gegangen sein sollen.
Saintes-Maries ist heute ein beliebter, aber im Sommer stets überlaufener Badeort an der französischen Mittelmeerküste.

Nur durch eines der wenigen Stadttore kann man sie erreichen, die Stadt der toten Gewässer Aigues-Mortes. Noch heute wird sie von einem mächtigen Mauerring umschlossen. Im 13.Jh. wurde diese Festung errichtet, um von hier aus zum Kreuzzug nach Jerusalem aufzubrechen. Das mittelalterliche Stadtbild ist fast vollständig erhalten geblieben. Auf dem 2 km langen Wehrgang der Stadtmauer kann man den gesamten Ort umrunden. Das Denkmal auf der Place Saint-Louis erinnert an den Stadtgründer und Kreuzfahrer, den französischen König Ludwig IX.

Wenn es Abend wird versammeln sich die Vögel über den Sümpfen der Camargue. Sie sind auf der Suche nach einem Schlafplatz.

Von den Niederungen des Rhônedeltas an der Mittelmeerküste fahren wir nun ins bergige Landesinnere der Provence. Wir besuchen die Schluchten des Verdon. Sie gehören zu den eindrucksvollsten Naturwundern Europas und werden oft als 'Grand Canyon' Frankreichs bezeichnet. Mikroorganismen geben dem Wasser einen smaragdgrünen Schimmer, der den Schluchten ihren Namen gegeben hat. In Jahrmillionen hat sich der Fluß tief in die Felsen eingegraben und bis zu 700m hohe Steilwände geschaffen.
Vom Lac de Ste Croix kann man per Boot zwischen den aufragenden Felsen einen Teil der Schlucht erkunden. In engen Kurven und durch schmale Tunnel windet sich eine Fahrstraße hoch über der Schlucht am Abgrund entlang und bietet immer wieder faszinierende Ausblicke auf die grandiose Felsszenerie.
Vom Point Sublime, dem höchsten Punkt der Route, führt ein schmaler Fußweg in engen Serpentinen auf den steinigen Grund der Schlucht. Der 'Sentier Martel', ein Felspfad, der nach dem Entdecker des Canyons benannt wurde führt durch mehrere Tunnel am Boden der Schlucht entlang und wohl dem, der eine Taschenlampe dabei hat. Das feucht-warme Klima hat hier stellenweise eine üppige Vegetation entstehen lassen.

An steil aufragenden Felswänden vorbei gelangen wir in den interessantesten Teil der Schlucht. Über wild schäumenden Fluten ist der Weg stellenweise in den Fels gehauen. Am Imbut, dem 'Trichter', verschwindet das Wasser in einem Erdstollen, um dann wenig später wieder zutage zu treten. Canyoning-Sportler bereiten sich für ihre abenteuerliche Reise vor. Auf den Wellen des Flusses, durch gefährliche Strudel und vorbei an Wasserfällen und Höhlen lassen sie sich flußabwärts treiben.

Die Fahrt um die Schluchten des Verdon führt uns immer wieder durch reizvolle Ortschaften.

Zu den interessantesten unter ihnen gehört das an einem Felshang gelegene Moustiers-Ste-Marie - die Stadt der Fayencen. Trotz des Besucherandrangs hat sie sich den zauberhaften Charme eines kleinen Bergstädtchens erhalten können. Die Fayencen von Moustiers werden noch heute in Handarbeit hergestellt. Vor allem junge Künstler haben diese alte Tradition wieder zum Leben erweckt und den Ort über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht.
Die Legende berichtet von einem in Gefangenschaft geratenen Kreuzritter, der gelobte, aus seinen Ketten einen Stern zu schmieden und ihn zu Ehren der Jungfrau Maria zwischen die Felsen zu spannen, sollte er je der maurischen Sklaverei entrinnen. Die Flucht gelang, und so schwebt seither sein Stern über der Stadt.
Vom Verdon aus folgen wir unserer Route durchs Gebirge in Richtung Norden. Im Tal der Durance erreichen wir die Stadt Sisteron mit ihrer hoch über dem Fluß gelegenen Zitadelle, die den schmalen Felsdurchbruch bewacht und die am 5.März 1815 die Fäden der Geschichte in ihrer Hand hielt: Denn der aus dem Exil zurückkehrende Kaiser Napoleon stand mit seinen Truppen vor den Toren der Stadt. An dieser Brücke hätte man ihn aufhalten können ! Doch man ließ ihn passieren. So war es für ihn die letzte Station auf dem Weg nach Paris.

Auch wir brechen zur letzten Station unserer Reise auf, zu dem über 1900 m hohen Mont Ventoux, dem 'Hausberg' der Provence. Über den Lavendelfeldern zeichnet sich von weitem sein kalkweißer Gipfel gegen den blauen Himmel ab. Der einst dicht bewaldete Berg wurde von den Römern zur Gewinnung von Schiffsholz kahlgeschlagen. Der Mont Ventoux – der 'Windige Berg' – macht seinem Namen nur allzuoft alle Ehre, dann nämlich, wenn der fauchende Mistral über den Gipfel fegt !
An klaren Tagen blickt man hinüber bis zu den Bergketten der Alpen. Im Licht der Abendsonne ziehen die Erinnerungen der Reise durch die Provence zum Abschied noch einmal en miniature an uns vorbei...



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