Schottland - Durch Lowlands, Highlands und Islands

Unsere Reise durch das Land der Bens und Glens, der Castles und Abbeys beginnt in Edinburgh, der altehrwürdigen Metropole und seit dem 15.Jahrhundert Hauptstadt Schottlands. Die auf einem hügeligen Gelände errichtete Altstadt bietet noch heute ein geschlossenes architektonisches Bild, das den Hauch düsterer Vergangenheit ausstrahlt. Durch ein Gewirr von Gassen und Treppen gelangt man zum Grassmarket mit seinen zahlreichen Pubs und Restaurants.

Auf einem Felsen inmitten der Stadt thront die Festung Edinburgh Castle, die immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen englischen und schottischen Truppen war. Robert the Bruce beendete im 14.Jahrhundert diese Kämpfe und ließ sich zum König von Schottland krönen.
Wenn die englische Königin in Edinburgh weilt, dann bezieht sie ihre Residenz Holyrood Palace. An diesem geschichtsträchtigen Ort wurden "Kriege geschmiedet, Nächte durchtanzt und Morde begangen", schrieb Robert Lois Stevenson.

Nordwestlich von Edinburgh überqueren wir auf der zwei Kilometer langen Hängebrücke den Firth of Fourth. Wir folgen dem Lauf der Ostküste und erreichen das auf einem Felssporn, 50 Meter über dem Meer gelegene, Dunnottar Castle. In dieser strategisch günstigen Festung wurden im 17.Jahrhundert die schottischen Reichsinsignien Zepter und Krone vor dem Zugriff der Engländer versteckt gehalten.
Nicht weit vom Dunnottar Castle entfernt liegt der kleine Fischerort Stonehaven.

Von Dufftown aus, der heimlichen Hauptstadt der Whiskyproduktion, folgen wir nun dem "Malt Whisky Trail" im Tal des River Spey. Das hervorragende Quellwasser der Gebirgszuflüsse hat hier zur Ansiedlung zahlreicher Destillerien geführt.
3 Dinge werden zur Herstellung des Whiskys gebraucht: Wasser, Gerste und Hefe !

In den Maischebottichen wird der gemalzten Gerste mit Hilfe von Wasser der Zucker entzogen. Dieser wird anschließend in den Washbacks mit Hilfe von Hefe zu Alkohol vergoren. Danach wird in einem zweistufigen Destilliervorgang der Rohwhisky gewonnen. Erst nach einer langen Lagerungszeit von mindestens 12 Jahren wird der Whisky zum Verkauf gebracht.

Beim Mälzen werden die Gerstenkeime auf mit Torffeuern beheizten Darrböden getrocknet. Dies verleiht dem Whisky seine besondere rauchige Note. Aber auch die Lagerung in ausgedienten Sherryfässern bestimmt den Geschmack. In der Speyside Cooperage, einer Großböttcherei, werden die Fässer sorgfältig ausgebessert und für die Lagerung vorbereitet.

Im Norden der Grampian Mountains ragen die Ruinen von Elgin Cathedral empor. Brände und Kriegswirren zerstörten die einst mächtige Kathedrale.

Eingebettet in dunkle Gebirgstäler liegt es: Das geheimnisumwitterte Loch Ness ... und fast scheint es, als ob uns das Ungeheuer entgegenkommt. Im 6.Jahrhundert soll der irische Mönch Columban das blutrünstige Monster mit Hilfe des göttlichen Kreuzes ins Wasser zurückgedrängt haben. Viele Versuche hat es seither gegeben, die Seeschlange Nessie aufzuspüren, doch niemandem ist es bisher wirklich gelungen und so wird wohl für immer der See sein Geheimnis bewahren.
Unmittelbar über dem felsigen Ufer von Loch Ness wurde die Festung Urquhart Castle erbaut. Von dem in den schottischen Unabhängigkeitskriegen so wichtigen Stützpunkt sind heute nur noch Ruinen erhalten.

Auf dem Weg nach Westen durchqueren wir nun die karge Landschaft der schottischen Highlands. Hochlandrinder gehören zu den wenigen Bewohnern dieser öden Gegend. Das zottelige Fell bewahrt diese genügsamen und gutmütigen Tiere vor allzu starker Auskühlung.
An der Westküste erreichen wir schließlich die Bilderbuchburg Eilean Donan Castle.
Die aus dem 13.Jahrhundert stammende Burg wurde von den Engländern völlig zerstört. Sie befindet sich heute in Privatbesitz und ist liebevoll restauriert worden.

Eine der schönsten Inseln Schottlands ist die Hebrideninsel Skye, eine herbe ursprüngliche Landschaft auf engstem Raum. Sie ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt.
Am "Old Man of Storr", einer 50m hohen Felsformation scheinen Berge und Meer miteinander verschmolzen zu sein.
Die höchsten Klippen von Skye finden wir am "Kilt Rock View". Die aufragenden Basaltsäulen erinnern an die Falten eines Kilts. Aus einer Höhe von über 100m stürzt ein Wasserfall in die Tiefe.
Das "Skye Museum of Island Life" vermittelt einen Einblick in das ehemals harte und entbehrungsreiche Leben der Inselbewohner.
Nicht weit entfernt, auf dem Friedhof von Kilmuir, erinnert ein Hochkreuz an die schottische Nationalheldin Flora MacDonald, die unter Einsatz ihres Lebens den schottischen Thronanwärter Bonnie Prince Charlie nach der verlorenen Schlacht von Culloden vor dem Zugriff der Engländer in Sicherheit brachte.

Am westlichsten Zipfel der Hebrideninsel Mull liegt das kleine Eiland Iona mit der gleichnamigen Abtei Iona Abbey. Von hier aus erfolgte im 6.Jahrhundert die Christianisierung des Landes durch irische Mönche. Duart Castle, an der östlichen Spitze von Mull, geht auf eine Burggründung im 13.Jahrhundert zurück und ist heute Stammsitz der MacLeans.

Wir kehren auf das Festland zurück und machen Station in dem 400-Seelen-Dorf Inveraray am Ufer des Loch Fyne. Nicht nur Loch Ness hat sein Ungeheuer – auch im Loch Fyne hält sich Fynie, die Seeschlange, versteckt. Die pittoresken Segler am Hafen beherbergen ein Seefahrtmuseum. Inveraray Castle wurde Mitte des 18.Jahrhunderts erbaut und befindet sich noch heute im Besitz des Duke of Argyll, Clanchief der Campbells. Bekannt ist der Ort jedoch auch durch sein Gefängnismuseum. Das alte Gerichtsgebäude aus dem 19.Jahrhundert gewährt einen interessanten Einblick in den Strafvollzug vergangener Zeiten.

Der letzte Teil der Reise führt uns durch das bewaldete Hügelland der Lowlands im Süden Schottlands. Wir folgen den Spuren von Sir Walter Scott. Wie vor 200 Jahren präsentiert sich noch heute Abbotsford House, sein Wohnhaus in der Nähe von Melrose, das eher einem Märchenschloß gleicht und in dem er seine wichtigsten Werke verfaßt hat.

An dieser Stelle ließ der Dichter seine Kutsche oft anhalten, um den Ausblick in die Landschaft zu genießen. Als er nach seinem Tode zu Grabe gefahren wurde, blieben die Pferde hier plötzlich von selbst stehen, wie um ihrem Meister noch einmal einen letzten Blick zu ermöglichen.

Von der Abtei in Melrose sind heute nur noch Ruinen erhalten. Sie lassen das Ausmaß erkennen, das dieses Kloster einst hatte, ehe es im 16.Jahrhundert von englischen Truppen endgültig niedergebrannt wurde. Auch Dryburgh Abbey wurde zur gleichen Zeit zerstört. In dieser romantischen Ruine fand Sir Walter Scott seine letzte Ruhestätte.


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